Unter obiger Überschrift berichtet die "Neue Westfälische": Kreis Gütersloh (pb). Andreas Krautscheid (CDU) ist Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen. In letzterer Eigenschaft besuchte er am Mittwoch Gütersloh und war im Hause Bertelsmann zu Gast. Abends stand er in einem Pressegespräch als Europaminister Rede und Antwort. Beherrschendes Thema hier natürlich: die Wahlen zum europäischen Parlament am 7. Juni.
Minister Andreas Krautscheid während seines Gütersloh-Besuches mit Bundestagskandidat Ralph Brinkhaus (v.r.). Die Aufnahme gehört nicht zum Artikel der \"Neuen Westfälischen\"..Bei Bertelsmann standen, so Krautscheid, viele Gespräche an, unter anderem mit Liz Mohn. Es ging um die Konzernstrategie und die Arbeit der Bertelsmann-Stiftung. Zum Besuch gehörte auch eine Betriebsbesichtigung. Konzernchef Hartmut Ostrowski hat, diesen Eindruck gewann der Gast aus Düsseldorf, mit dem Festhalten am Standort Gütersloh die Bodenständigkeit zu seiner Philosophie gemacht.
Zum Pressetermin in Sachen Europa gesellten sich abends hinzu: CDU-Kreisvorsitzender Ludger Kaup, Dr. Christine Disselkamp aus Herzebrock-Clarholz, CDU-Ersatzkandidatin zum europäischen Parlament, Dr. Michael Brinkmeier MdL, CDU-Bundestagskandidat Ralph Brinkhaus, und Tim Arnold, Leiter der Vertretung des Landes NRW beim Bund, der die Verbindung nach Düsseldorf hergestellt hatte.
Die Europa-Wahl am 7. Juni findet, so Krautscheid, „nicht im Zeichen von Jubel-Stimmung statt“. Dem Minister ist klar, dass der Urnengang in der „Wahl-Hierarchie“ der Bürger „nicht ganz oben angesiedelt ist“. Davon zeugen magere 41 Prozent Beteiligung bei der letzten Wahl. Die Zahl gelte es zu verbessern, man müsse die Leute animieren, zur Wahl zu gehen.
99 Abgeordnete stellt Deutschland in Straßburg, 20 kommen aus NRW, ihre Zahl hängt von der Wahlbeteiligung ab. Krautscheids besonderes Lob galt hier dem OWL-Abgeordneten Elmar Brok (CDU-MdEP): „Ich kenn keinen, der quer durch Europa so gut verdrahtet ist.“
Was viele nicht wissen: Von den Regeln, die unser Leben und das der Wirtschaft bestimmen, sind heute schon, so der Minister, 50 Prozent Brüsseler Ursprungs, in Landwirtschaft und Umweltschutz sogar 70 Prozent. Nicht zuletzt deshalb erfülle die Vertretung des Landes NRW in Brüssel eine wichtige Funktion.
Krautscheid bezeichnete die CDU als die Europa-Partei und nannte als bestimmende Themen für die Wahl am 7. Juni die Wirtschaftssituation allgemein und Europa als Stabilitätsfaktor in den Wirren der globalen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise. Wichtig sei auch, auf den Einfluss Europas auf Kreise und Kommunen (die Kommunalwahlen in NRW finden bekanntlich ebenfalls am 7. Juni statt) hinzuweisen. Schließlich sei nicht unerheblich, „was an Geldern aus Brüssel in dieser Region angekommen ist“. Auch den Mittelständlern müsse klar gemacht werden, was Europa für sie bedeutet. Und schließlich die Gemeinschaftswährung. „Mir sagen viele: Was wäre das in der gegenwärtigen Krise für eine Situation, wenn wir heute den Euro nicht hätten“, so der Minister abschließend.