von Rainer Holzkamp - Gütersloh. Augin Güven ist stocksauer. „Ich möchte etwas für Gütersloh tun, aber die Stadt lässt mich nicht.“ Bereits seit vorigem Jahr bemüht sich der Betreiber von Imbiss Hallmann am Kolbeplatz um die Genehmigung für dieAnlage eines Kinderspielplatzes mit angeschlossener Getränke-Hütte auf der brachliegenden Rasenfläche neben seinem Betrieb.
Mehrere Anläufe hat er unternommen, redete mit diversen Ämtern und warb überdies bei der Bürgermeisterin für sein Vorhaben. „Es ist doch klasse, wenn es für Kinder mitten in der Stadt einen schönen Platz zum Spielen gibt und die Eltern gleichzeitig in Ruhe einen Kaffee trinken können“, lautete Güvens Argument. Die Reaktion von Maria Unger im Gespräch sei auch durchaus positiv gewesen.
Doch nun das: Nachdem Güven von den Behörden nichts mehr gehört hatte, stellte er im Märzeinen formellen Bürgerantrag, um endlich Klarheit zu schaffen. Die hat er jetzt zwar, doch das Ergebnis ist für den 31-Jährigen enttäuschend. Denn„die Verwaltung beabsichtigt, den vorliegenden Antrag abzulehnen“, heißt es in einer Vorlage für die Sitzung des Hauptausschusses am 7. Mai.
Stadtbaurat Josef E. Löhr begründet dies mit dem städtebaulichen Ziel, die klaffende Baulücke an dieser Stelle möglichst bald zu schließen und den Platz damit abzurunden. Bei einer Ausweitung der provisorischen Nutzungen sei dies kaum zu erreichen. Daher sei vor einigen Jahren dem Imbiss auch nur eine bis 2009 befristete Betriebsgenehmigung erteilt worden, so Löhr gegenüber der NW. „Es darf nicht auf alle Ewigkeit bei der Lücke an dieser wichtigen Stelle in der Innenstadt bleiben.“
Mit derselben Begründung spricht sich der Beigeordnete auch gegen die ebenalls auf dem Gelände geplante Boule-Bahn aus. Auf Antrag der schwarz-grünen Plattform sollen dafür 2.000 Euro aus dem Etat des Fachbereichs Grünflächen bereitgestellt werden. „Würden wir dieses Vorhaben befürworten, wäre das inkonsequent“, meint Löhr.
Imbiss-Betreiber Güven, der sich schikaniert sieht, vertritt hingegen die Auffassung, dass auf der Fläche beides untergebracht werden könnte – Spielplatz mit angeschlossener Gastronomie und Boule-Bahn. Selbstverständlich werde er selbst die kompletten Kosten für Sandkasten, Spielgeräte und Pflanzen übernehmen sowie die Pflege der Anlage sicherstellen. Der zusätzliche Getränkestand solle dazu beitragen, die nötigen Ausgaben wieder zu erwirtschaften. Ein Verzehrzwang sei jedoch nicht geplant, so Güven. „Außerdem: Wenn hier gebaut werden soll, dann bin ich in der Lage, meine Anlage binnen einer Stunde wieder zu entfernen.“
Der Grundstückseigentümer vermag die Meinung der Stadt ebenfalls nicht zu teilen. „Auf das Bauvorhaben hat das alles keinen Einfluss“, erklärt Modeunternehmer Heiner Finke. „Die Verträge mitHallmann sagen eindeutig, dass die Pacht endet, sobald der Neubau ansteht.“ In dieser Hinsicht sei derzeit aber nichts Konkretes geplant.
Zur Boule-Bahn siehe auch hier.